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Rassestandard Nr.218

Herkunft und Geschichte

Die Ursprungsregion des Chihuahuas ist bis heute noch ungeklärt und legendenumworben. Sie wird sowohl in Mexiko als auch in China und der Insel Malta vermutet. Ihren Namen erhielt die kleinste Hunderasse der Welt, von der im Norden Mexikos liegenden Provinz Chihuahua (sprich: Schi-wa-wa).

Schon zur Zeit der Azteken soll der Chihuahua als heiliger Tempelhund gehalten worden sein und oftmals wurde er den Toten als Gabe mit auf den Weg gegeben. Die Azteken bevorzugten die Tiere, die sehr große Augen, einen runden Kopf und einen tiefen Stop besaßen. Es wird sogar gesagt, das man diesen Hunden runde Steinchen in den Stop eingebunden habe, um diesen noch ausgeprägter zu machen.

Der Chihuahua ist der kleinste Hund der Welt. Er stammt aus Mexiko und verdankt seinen Namen dem Bundesstaat Chihuahua. Schon bei den Azteken galt dieser kleine Hund als heiliges Tier. Trotz seiner Kleinheit ist der Chihuahua äußerst mutig und wachsam. Er ist sehr intelligent, temperamentvoll, flink, und aufmerksam. Da der Chihuahua eine sehr enge Beziehung zu seiner Familie eingeht und diese fremden Hunden oder Personen gegenüber mit aller Kraft verteidigt, ist eine gute Sozialisierung im Welpenalter auch bei diesen Miniaturhunden unbedingt erforderlich. Aufgrund seines feinen Gehöres ist der Chihuahua eine ausgezeichnete und unbestechliche Alarmanlage.
Der Chihuahua ist sehr wiederstandsfähig, liebt Gesellschaft und ist besonders liebenswürdig. Er ist problemlos zu halten, da man ihn wegen seiner Kleinheit überall hin mitnehmen kann. Durch die handliche Größe wird er gerne als Damen- oder Schoßhund bezeichnet, welcher sich mit Kindern gut versteht, sollte aber nicht als lebendiges Spielzeug missbraucht werden.

Anfänge der Zucht in Amerika

Ein offizieller Bericht über die Rasse erschien erst im Jahr 1914 in der Zeitschrift "Country Life in America". Verfasser dieses Artikels war James Watson, ein zur damaliger Zeit sehr geschätzter und bekannter Preisrichter für Hunde. 1888 hatte er in El Paso von einem Eingeborenen für drei Dollar eine winzige Hündin mit hellrotem, biberähnlichem Fell erworben, die er Manzanita nannte. Als diese im darauffolgenden Winter starb, bemühte er sich, wieder ein ähnliches Tier zu finden.
Dies fand er nach längerem Suchen auch - nämlich in Tuscon (Arizona). Es war ein kleiner Rüde und in El Paso fand er auch noch 6 weitere Tiere, die vom Typ her aber alle verschieden waren. James Watson hat diese kleinen Hunde wohl nie als eigenständige Rasse angesehen. Denn in seinem 1906 erschienenen zweibändigen Hundelexikon hat er sie noch nicht einmal erwähnt. So stellte er auch keine großen Anforderungen an diese Rasse. Die von ihm gekauften Hunde waren alle verschieden: langhaarig, kurzhaarig, terrierähnlich, kurzbeinig usw. Gemeinsam hatten sie nur die geringe Größe und vor allem die Schädelfontanelle.

Im amerikanischen Zuchtbuch wurde 1904 zum erstenmal ein Chihuahua registriert: Midget, ein roter Rüde. Stammvater der amerikanischen Zucht war Caranza, ein roter Langhaar-Rüde. Er wurde zu Beginn des Jahrhunderts von einem gewissen Owen Wister aus Mexiko importiert.

Allgemeines Erscheinungsbild:
Dieser Hund hat eine kompakte Körperform. Von ganz wesentlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass sein Schädel die Form eines Apfels hat und dass er seine mäßig lange Rute hoch erhoben trägt; entweder ist sie gebogen oder halbkreisförmig gerundet, mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze.

Chihuahuas Lang- und Kurzhaar

STANDARD

FCI-Standard Nr. 218 / 11.05.1998 / D

CHIHUAHUA
(Chihuahueno)

ÜBERSETZUNG : Dr.J.-M. Paschoud und Frau Binder-Gresly.

URSPRUNG : Mexico.

VERWENDUNG : Gesellschaftshund.

KLASSIFIKATION FCI : Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde. Sektion 6 Chihuahueno. Ohne Arbeitsprüfung.

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Chihuahua gilt als der kleinste Rassehund der Welt und trägt den Namen der größten Provinz der Republik Mexico. Man nimmt an, dass diese Hunde dort früher in Freiheit lebten und zur Zeit der Zivilisation der Tolteken von den Eingeborenen eingefangen und domestiziert wurden. Darstellungen eines Zwerghundes, der << Tochichi >> hieß und in Tula lebte, wurden dort für Verzierungen der Stadtarchitektur verwendet; diese kleinen Statuen sehen dem heutigen Chihuahua sehr ähnlich.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :

Dieser Hund hat eine kompakte Körperform. Von ganz wesentlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass sein Schädel die Form eines Apfels hat und dass er seine mäßig lange Rute hoch erhoben trägt; entweder ist sie gebogen oder halbkreisförmig gerundet, mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze.

WICHTIGE PROPORTIONEN :

Die Körperlänge ist etwas größer als die Widerristhöhe; gewünscht wird jedoch ein fast quadratischer Körper, speziell bei den Rüden. Bei den Hündinnen ist wegen der Trächtigkeit ein etwas längerer Körper zulässig.

VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN) :

Flink, aufmerksam, lebhaft und sehr mutig.

KOPF

Oberkopf :

Schädel : Schön gerundeter Apfelkopf (ein charakteristisches Merkmal der Rasse) ohne oder mit kleiner Fontanelle. Stop : Sehr ausgeprägt, tief und breit, da die Stirne über den Ansatz des Fangs gewölbt ist.

GESICHTSSCHÄDEL

Naseschwamm : Mäßig kurz, geringfügig aufgeworfen; jede Farbe ist zulässig.
Fang : Kurz, von der Seite gesehen gerade, am Ansatz breit, sich gegen die Spitze hin verjüngend.
Lefzen : Trocken und gut anliegend.
Wangen : Wenig entwickelt und sehr trocken.
Kiefer/Zähne : Scherengebiss oder Zangengebiss. Vorbiss und Rückbiss sowie jede andere Stellungsanomalie der Ober- oder Unterkiefer sind streng zu bestrafen.
Augen : Groß und von rundlicher Form, sehr ausdrucksvoll, nicht hervorquellend, vollkommen dunkel gefärbt. Helle Augen sind zulässig, aber nicht erwünscht.
Ohren : Groß, aufgerichtet, entfaltet; breit an ihrem Ansatz, sich gegen die leicht abgerundete Spitze allmählich verjüngend. In der Ruhestellung sind sie seitlich in einem Winkel von 45° geneigt.
HALS : Leicht gewölbt.
Länge : Mittellang
Form : Dicker bei den Rüden als bei den Hündinnen
Haut : Ohne Wamme; bei der langhaarigen Varietät ist das Vorhandensein einer Halskrause mit längerem Haar höchst erwünscht.

KÖRPER

Kompakt und gut gebaut

Obere Profillinie : Gerade Widerrist : Wenig ausgeprägt Rücken : Kurz und fest Lenden : Stark muskulös Kruppe : Breit und stark, ohne Neigung Brust : Brustkorb breit und tief, Rippen gut gewölbt; von vorne gesehen geräumig, aber nicht übertrieben; von der Seite gesehen, bis zu den Ellenbogen reichend; nicht fassförmig Untere Profillinie : Durch einen deutlich aufgezogenen Bauch gebildet. Ein schlaffer Bauch ist zulässig, aber nicht erwünscht Rute : Hoch angesetzt und von mäßiger Länge; am Ansatz breit, sich gegen die Spitze zu allmählich verjüngend. Die Tragart der Rute ist ein wichtiges charakteristisches Merkmal der Rasse : sie wird entweder hoch im Bogen erhoben getragen, oder halbkreisförmig gerundet mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze, was dem Körper Ausgewogenheit verleiht. Die Behaarung ist entsprechend der Haar-Varietät dem Haarkleid des übrigen Körpers angepasst. Bei der langhaarigen Varietät bildet das Haar Federn. In der Ruhestellung ist die Rute hängend und bildet einen leichten Haken

GLIEDMASSEN

Vorderhand : Vorderläufe gerade und von guter Länge; von vorne gesehen bilden sie mit dem Ellenbogen eine gerade Linie; von der Seite gesehen stehen sie senkrecht.
Schultern : Trocken und wenig bemuskelt; die Winkelung zwischen Schulterblatt und Oberarm ist angemessen. Ellenbogen : Fest und eng am Körper anliegend, was eine freie Bewegung der Vorderhand gewährt.

Vorderfuß : Leicht schräg gestellt, kräftig und biegsam.

Hinterhand : Gut bemuskelt, mit langen Knochen, senkrecht und zu einander parallel, mit guten Winkelungen am Hüftgelenk, am Knie und am Sprunggelenk, in Übereinstimmung mit den Winkelungen der Vorderhand.

Hintermittelfuß : Kurz, mit gut ausgebildeten Achillessehnen; von hinten betrachtet sind sie gerade und senkrecht gestellt.

Pfoten : Sehr klein und oval, mit gut auseinanderstehenden aber nicht gespreizten Zehen (weder Hasenpfoten noch Katzenpfoten); die Krallen sind besonders gut gewölbt und mäßig lang; die Ballen sind gut entwickelt und sehr elastisch; Afterkrallen müssen entfernt sein.

Gangwerk : Der Schritt ist lang und elastisch, energisch und aktiv, mit gutem Vortritt der Vorderhand und gutem Schub der Hinterhand . Von hinten gesehen sollen sich die Hinterläufe zu einander fast parallel bewegen, sodass die Fußspuren der Hinterpfoten genau in diejenigen der Vorderpfoten zu liegen kommen. Mit zunehmender Geschwindigkeit zeigen die Gliedmassen die Tendenz, in Richtung der zentralen Schwerpunktslinie zu konvergieren (single track). Dabei bleibt der Bewegungsablauf frei und elastisch, ohne sichtbare Anstrengung, der Kopf erhoben und der Rücken fest.

Haut : Glatt und elastisch auf der ganzen Körperoberfläche.

HAARKLEID

Beschaffenheit des Haares :

In dieser Rasse existieren zwei Haar-Varietäten

Varietät Kurzhaar :

Das Haar ist kurz und am ganzen Körper gut anliegend; wenn Unterwolle vorhanden ist, ist das Haar etwas länger; leichtes Haar an der Kehle und am Bauch ist zulässig; das Haar ist etwas länger am Hals und an der Rute, kurz im Gesicht und an den Ohren. Es ist glänzend und seine Beschaffenheit ist weich. Haarlose Hunde werden nicht geduldet.

Varietät Langhaar :

Das Haar soll fein und seidig sein, schlicht oder leicht gewellt; eine nicht zu dichte Unterwolle ist erwünscht. Das Haar ist länger und bildet Federn an den Ohren, am Hals, an der Hinterseite der vorderen und hinteren Extremitäten, an den Pfoten und an der Rute. Hunde mit langem und aufgebauschtem Haar wie ein Malteser werden nicht akzeptiert.

Farbe des Haares : Alle Farben in allen möglichen Schattierungen und Kombinationen sind zulässig.

GRÖSSE UND GEWICHT :

Bei dieser Rasse wird nur das Gewicht in Betracht gezogen, nicht die Größe.

Gewicht : Zwischen 500 g und 3 kg wobei ein Gewicht zwischen 1 und 2 kg den Vorzug hat. Tiere von mehr als 3 kg Gewicht werden disqualifiziert.

FEHLER :

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Schmaler Schädel. Auge klein, eingesunken oder hervorquellend. Langer Fang. Zugespitzte Ohren Kurzer Hals Aufgezogener Rücken oder Senkrücken (Lordose oder Xyphose) Langer Körper Kurze Gliedmassen Abstehende Ellenbogen Zu eng gestellte Hinterläufe Schmale Brust, flacher Rippenkorb Abfallende Kruppe Schlecht angesetzte, verdrehte oder kurze Rute Vor- und Rückbiss Fehlen einzelner Zähne Deformierte Kiefer Verdoppelung von Zähne Luxation der Kniescheibe

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

Bei der Varietät Langhaar : Hunde mit sehr langem, feinem und wie beim Malteser aufgebauschtem Haar. Bei der Varietät Kurzhaar : haarlose Stellen (Alopezien). Hängeohr oder kurzes Ohr. Fehlen der Rute Gewicht über 3 kg. Extrem langer Körper. Schlanker, leichter, langgestreckter hirschähnlicher Typ.

N.B : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich ganz im Hodensack befinden.

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